Burgholzhausen-info/ April 20, 2026

Mit Babyphon im Gemeindebüro

Die langjährige Gemeindesekretärin Petra Steinbach wird im Gottesdienst am 26. April 2026 um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche Burgholzhausen feierlich verabschiedet.

Mehrere Kirchenvorstände, drei Pfarrer, eine Übergangszeit nach großem Streit – Petra Steinbach hat in fast 33 Jahren als Gemeindesekretärin so einiges mitgemacht. Ende März endete ihre Dienstzeit, am 26. April wird sie feierlich verabschiedet.

„Am Anfang haben wir noch mit Karteikarten gearbeitet“, erinnert sich Frau Steinbach an ihren Start im Sommer 1993. Pfarrer war Peter Lehwalder, die Vorsitzende des Kirchenvorstands hieß Marianne Peilstöcker. Nachdem ihre Vorgängerin den Job im Gemeindebüro nach nur einem Jahr wieder aufgab, übernahm Steinbach auf Vermittlung ihrer Tante Christina Brüssow – damals Mitglied des Kirchenvorstands – das Ruder im Erdgeschoss des Pfarrhauses.

Petra Steinbach ist „ein echt Holzhäuser Mädchen“, wie sie selbst sagt. Aufgewachsen im Schatten des Kirchturms kam sie früh mit der evangelischen Gemeinde in Berührung. Ihre Großmutter war Organistin. Als Kind saß sie neben ihr auf der Empore und schaute zu. „Kirche ist mir also in die Wiege gelegt worden.“

Neustart mit Kindern

Nach der Geburt ihrer beiden Söhne 1988 und 1992, stieg die gelernte Bürokauffrau im Burgholzhäuser Gemeindebüro der Evangelischen Kirche ein. Nach einer Einarbeitungsphase ging es am 1. Oktober 1993 offiziell los. „Damals habe ich auch schon mal mit Babyphon im Büro gesessen, wenn unser Kleiner nebenan Mittagsschlaf machte“, erinnert sie sich.

Auf die Karteikarten folgten bald der erste Computer, Programme auf Disketten und schließlich zentral gehostete Buchhaltungssysteme.

Viel wichtiger als die reine Verwaltungsarbeit war Petra Steinbach der Umgang mit Menschen. „Früher hatten wir im Gemeindebüro viel mehr Publikumsverkehr“, erinnert sie sich. Da ging es nicht nur um formale Dinge, sondern häufig auch um „seelsorgerische Gespräche“. Das hinterließ manchmal auch Spuren. „Das kann man nicht so einfach wegstecken, wenn jemand vor einem sitzt, der ein Familienmitglied verloren hat oder nicht weiß, wie er morgen die Windeln für sein Baby bezahlen soll.“

Veränderungen

In 33 Jahre hat Petra Steinbach viele Veränderungen erlebt. Natürlich ist ihr die Auseinandersetzung zwischen Kirchenvorstand und Pfarrer in Erinnerung geblieben, die mit dem Rücktritt beider Seiten 2013 endete. „Ich habe damals nie Partei ergriffen, bin neutral geblieben und habe das auch klar an Kirchenvorstand und Pfarrer kommuniziert.“ Doch auch in den Folgejahren war einiges los: Der Verkauf des Pfarrhauses, Umzug des Gemeindebüros – zunächst übergangsweise nach Friedrichsdorf, dann ins Untergeschoss des Gemeindehauses.

Petra Steinbach hat das alles mitgemacht – neben ihrem Hauptjob bei der Evangelischen Regionalverwaltung in Oberursel. Mit der Fusion der vier Friedrichsdorfer Kirchengemeinden und der Zusammenlegung der Gemeindebüros in der Hugenottenstraße war für sie Schluss. Wichtig war ihr, dass mit Prisca Divo ihre Nachfolge gut geregelt wurde. Jetzt freut sie sich auf Reisen mit ihrem Mann Norbert im Wohnwagen und natürlich auf das Zusammensein mit ihren beiden Enkeln.

Petra Steinbach im Jahr 2020 an ihrem Arbeitsplatz (Foto Marius Wolf Krause)

(Michael Krause, Evangelische Kirche Burgholzhausen/red)