Burgholzhausen/ September 21, 2020

Kennen Sie das Buch “Ein Café am Rande der Welt”? Eine kleine Erzählung, bei der es um die Suche nach den wirklich wichtigen Dingen im Leben geht? Von dem kleinen Café am Rande von Burgholzhausen wird derzeit noch geträumt, aber wer weiß, wie sich der Traum von Stephanie Salat und Markus Hintz entwickelt.

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs, haben den langen, steilen Berg von Petterweil herauf zum Wasserhäuschen nach Burgholzhausen gepackt, genießen die Aussicht auf die Frankfurter Skyline und fahren die Regionalpark Rhein-Main Rundroute weiter Richtung Reinhardshof. Ein Traumausblick, aber nach der Anstrengung wäre eine kleine Erfrischung willkommen. Die Wasserflasche ist fast leer. Es geht weiter, Sie kreuzen die Straße nach Ober-Erlenbach und fahren an der alten Schlappermühle (Oase) vorbei Richtung Nadelmühle und biegen in den Feldweg rechts ab. Dort gelangen Sie zu einem traumhaften Garten am alten Mühlweg, „Haus der Könige“ steht dort geschrieben. Ein fabelhafter Platz zum Verweilen, ist der Garten idyllisch zwischen Feld und Wald gelegen. Ein kleiner Bachlauf ist derzeit trocken, aber die Bepflanzung und Dekorationen passen sich perfekt dem natürlichen Gelände an. Als Passant möchte man einfach den Blick schleifen lassen und die kleinen Schönheiten jenseits der Niederweid entdecken. Wie schön wäre es, wenn man hier im Schatten kurz Rast einlegen und etwas verweilen könnte?

Burgholzhausen Lottis Saftladen und Raststation

Derzeit einfach ein kleiner Versuch: die kleine Raststation in Burgholzhausen nahe der Schlappermühle

Auf der anderen Seite des Zauns leben Stephanie Salat und Markus Hintz. Sie beobachten die Spaziergänger und Fahrradfahrer, die gerade am Wochenende nahe der Nadelmühle zuhauf vorbei kommen und immer wieder an ihrem Kleinod gerne verweilen. Und sie haben einen Traum, den von einem kleinen Café im Waldidyll, einer kleinen Rast für Wanderer und Radler, einmal die Woche bei günstigem Wetter geöffnet. Ob sie ihren Traum verwirklichen, wissen sie noch nicht. Aber an den letzten beiden Sonntagen haben sie einen Versuchslauf für „Lotti’s Saftladen“, genau an der Abzweigung zur Erlenbachbrücke, gewagt. Ab 11 Uhr boten sie selbstgebackenen Apfel- und Himbeerkuchen, herzhafte Quiche, Kaffee-Variationen und kalte Getränke an. Einladend standen kleine Bistrotische unter der Eiche. Jenseits des Weges lud eine Bank mit Kissen, neben zwei dekorativen Windlichtern, zur Pause auf der Sonnenseite ein. Selbst für durstige Hunde war vorgesorgt, und ein großer mit Wasser gefüllter Blechnapf stand bereit. Bilder gemalt von Tochter Lotti, der Namensgeberin der kleinen Raststation, zierten Hecke und bildeten einen gefälligen Hintergrund.

Burgholzhausen Lottis Saftladen und Raststation

Tochter Lotti ist Namensgeberin von Lotti’s Saftladens und künstlerisch kreativ.

Liebevolle Dekoration luden das Auge des Betrachters einfach überall zu einer kleinen Entdeckungsfahrt ein, ob mit der Quitten gefüllten Holzschale, dem eingetopften Lavendel oder den Thymiantöpfen auf den kleinen Bistrotischen. An Gästen mangelte es an diesem sonnigen Spätsommer-Sonntag wahrhaftig nicht. Viele hielten spontan zur kleinen Rast an und nahmen gerne eine erfrischende Apfelschorle oder einen duftenden Kaffee von den beiden Gastgebern entgegen und kamen ins Gespräch. Stephanie Salat erzählt, dass sie für den Apfelkuchen eine alte Sorte von Bäumen eines Bekannten aus Ober-Erlenbach verbacken hat. Er war echt sehr lecker, nicht zu süß! Ein Radlerpaar kommt aus Karben, hat spontan Rast gemacht und kommt ebenfalls ins Gespräch mit Markus Hintz. Sie freuen sich, gibt es tatsächlich nicht viele Einkehrmöglichkeiten auf diesem Teil der beliebten Radroute. Zwei Paare kommen den Weg vom Erlenbach hoch spaziert, sind über das lauschige Plätzchen erstaunt und lassen sich gleich auf der Bank nieder. Die nächsten biegen um die Ecke, immer wieder kommen Radler vorbei und schauen interessiert.

Burgholzhausen Lottis Saftladen und Raststation

Markus Hintz und Stephanie Salat beim Probelauf – noch überlegen sie, ob sie die kleine Raststation zukünftig dauerhaft anbieten werden.

Der Probelauf schien bei den Gästen mehr als gut anzukommen. In diesem Jahr wird es wetterbedingt wohl keine weitere Öffnung geben, verrät Stephanie Salat. Vielleicht aber haben die beiden Versuchstage ja gereicht, um im nächsten Jahr Spaziergängern und Radlern eine “königliche” Dauer-Rast anzubieten, denn ein Saftladen ist das kleine Café am Rande von Burgholzhausen wahrhaftig nicht. Eher ein zauberhaftes kleines Traum-Café.

Burgholzhausen Lottis Saftladen und Raststation

Liebevolle Dekorationen wirken einladend an der kleinen Raststation in Burgholzhausen und sind Blickfang für die Gäste.

Übrigens: Namensgeber für das “Haus der Könige” ist neben Zaunkönig, Nachtigall und Co. die Familie König, die früher auf dem Anwesen lebte. Mancher Burgholzhäuser mag den naturliebenden Pfarrer König noch in lebendiger Erinnerung haben.

SN