Burgholzhausen-info/ Oktober 3, 2026

Schildbürgerstreich in Burgholzhausen

Grammatikschwäche oder schon ein Fall für das Schwarzbuch der Steuerzahler?

Eine Glosse von Susanne Noster

Manches Straßenschild ist in Burgholzhausen sichtbar in die Jahre gekommen. Der weiße Metallrahmen rostet, die Schrift verblasst, einzelne Buchstaben fehlen ganz. Aus der Herzbergstraße wird durch den Zahn der Zeit eine Herbergstraße. Umso löblicher, dass die Stadt Friedrichsdorf alte Schilder tauschen lässt, um dem Ortsunkundigen den richtigen Weg zu weisen. Die neuen Exemplare reflektieren, leuchten in den Abendstunden besser und entsprechen neuen Standards. Das neue Schild an der Ecke Alt Burgholzhausen / Hanauer Straße macht sich prächtig. Ein Zusatz „ehemalige Erbsengasse“ hätte sogar historischen Charme verliehen.

So weit, so gut. Wäre Burgholzhausen nicht ohnehin für Schildbürgerstreiche bekannt, wie beim heimlichen Austausch der Ortsschilder mit Petterweil vor einigen Jahren. Doch hier und heute geht es um keinen Lausbubenstreich, sondern um Schludrigkeit oder einer simplen Rechtschreibschwäche bei allen Ausführenden. Winkt Friedrichsdorf möglicherweise im kommenden Jahr ein Eintrag ins Schwarzbuch der Steuerzahler? Fakt ist: Es wurden mindestens zwei neue Straßenschilder in Burgholzhausen montiert, die jeder Beschreibung spotten. Die Stadtverwaltung Friedrichsdorf wird klären müssen, ob hier Mitarbeitende mit Grammatikschwäche am Werk waren oder ob der Dienstleister, sagen wir mal, eigenständig kreativ war.

Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen, ein S zu viel auf dem neuen Straßenschild in der Königsteiner Straße.

Des Königs Stein

Schaut man an der Ecke Guldenpfad auf das neue Straßenschild für die „Königssteiner Straße“, erscheint es, als wenn des Königs Stein gedacht werden soll als Namensgeber der wichtigen Durchgangsstraße von Burgholzhausen. Immerhin ziert der Schriftzug konsequent Vorder- und Rückseite des neuen Schildes. Vis-à-vis prangt ebenfalls ein Schild „Königsteiner Straße“ und erinnert simple an das kleine Städtchen Königstein im Taunus und dessen Fürstengeschlecht, die Eppstein-Königsteiner, das in der Ortsgeschichte eine enge Verbindung zum freien Reichsdorf Holzhausen hatte. Den Monteuren fiel es nicht auf. Dabei montierten sie am Übergang nach Alt Burgholzhausen ebenfalls ein neues Schild für die gleiche Straße auf der richtig „Königsteiner Straße“ zu lesen ist.

Hier steht es richtig: Königsteiner Straße – direkt gegenüber vom Guldenpfad

Hier ist die Welt auch in Ordnung beim neuen Schild zum Übergang Königsteiner Straße nach Alt Burgholzhausen, wo die 30er Zone endet und als Spielstraße mit Schrittgeschwindigkeit weitergeht.

Danke übrigens an die aufmerksame Burgholzhäuserin, die mich bei der letzten Sitzung des Ortsbeirates auf das Schild an der Ecke Guldenpfad aufmerksam machte und damit quasi auf die Fährte eines weiteren fragwürdigen neuen Straßenschildes brachte.

Zwei Buchstaben auf der Flucht

Wo an der einen Stelle ein S zu viel ist, fehlen an anderer Stelle gleich zwei Buchstaben. Aus der „Ober-Erlenbacher Straße“ wurde kurzerhand die „Ober-Erlenbach-Straße“. Das wird ein hartes Stück Arbeit werden, bis Google Maps, Kirche und Pizzeria ihre Organisations-/ und Firmeneinträge sowie alle Anwohner der Ober-Erlenbacher Straße ihre Ausweisdokumente angepasst haben! War eine automatische Rechtschreibprüfung übereifrig oder war der Platz auf dem Bestellformular zu klein? Man darf auf eine zeitnahe Erklärung der Stadtverwaltung gespannt sein, ob diese neuen Straßenschilder ein Reklamationsfall beim Dienstleister oder auf einen schlechten Tag mehrerer Mitarbeitenden zurückzuführen sind.

Neue Schreibweise der Ober-Erlenbacher Straße in Burgholzhausen?

Ober-Erlenbacher-Straße steht auf den alten Schildern, heute wird in der Regel die Version Ober-Erlenbacher Straße verwendet.

Man soll die Kirche im Dorf lassen, wobei sie ja laut neuem Schild in einer anderen Straße steht. Straßennamen mit Ortsbezug sind echt tückisch und eine wahre Herausforderung für die Rechtschreibung. Als die alten Schilder gestellt wurden, schreibt man Straßennamen mit Ortsbezug mit ganz vielen Bindestrichen, also Ober-Erlenbacher-Straße. So sind die alten Schilder gestaltet, die Burgholzhausens Straßen zieren. Die Stadtverwaltung zeigt auf dem öffentlichen Stadtplan bereits Ober-Erlenbacher Straße im Straßenverzeichnis und auf der Karte. Beide Varianten sind laut Duden zulässig. Doch zurück zum neuen Schild „Ober-Erlenbach-Straße“. Böse Zungen könnten mit dem Weglassen der beiden Buchstaben „er“ eine neue Form des Friedrichsdorfer Genderns vermuten. Zeigte man sich nicht bei der letzten Aktualisierung der Friedrichsdorfer Feuerwehrsatzung bereits kreativ und provokativ?

Darum liebe Burgholzhäuser und Burgholzhäuserinnen, schaut doch beim nächsten Gang vor die Haustür einmal genauer auf die Straßenschilder in eurer Nähe. Wurde ein Schild ausgetauscht und passt der Straßenname noch? Falls nicht, dürft ihr gerne ein Foto mit Standortangabe an info.burgholzhausen@gmail.com senden.