Burgholzhausen/ April 25, 2021

Der Maibaum steht!

Ein Stück Normalität zurück in den Ort holen, das war die Devise des Burgholzhäuser Vereinsrings am Samstagnachmittag. In kleinster Runde wurde er ruckzuck mithilfe von einigen Helfern unter Berücksichtigung der Abstandsregeln und einem Gabelstapler aufgestellt: der Maibaum. Er ist weniger ein traditioneller Maibaum, sondern eher ein Vereinsbaum, der mit den Wappen der Vereine an eine aktive Vereinskultur erinnert und den Freien Platz vor den schmucken Fachwerkbauten und Blick auf die evangelische Kirche den ganzen Sommer über verschönert. Bunte Bänder flattern vom grünen Kranz in luftiger Höhe gleich über dem Burgholzhäuser Wappen, der auch in diesem Jahr wieder von Landfrau Margit Zimmermann instand gesetzt wurde. Peter Pepelnik griff wieder zu Farbe und Pinsel und so erstrahlt der Stamm wieder in strahlendem Weiß. Die vierzehn Vereinswappen und die Wappen der beiden Kirchen wurden entstaubt und poliert. 2017, 2018, 2019 stand er auf dem Freien Platz und dann war Pause. Zwangspause wegen Corona. Im letzten Jahr musste er im Winterquartier bleiben genauso wie der Osterbaum. Jetzt ist er wieder da!

Maibaum Burgholzhausen, Burgholzhäuser Stadtteilseite

Exponierter Platz: der Maibaum mit Blick auf die evangelische Kirche und die Fachwerkbauten

Vereinsleben zuzeiten von Corona

Die Vereine leiden in dieser Pandemie-Zeit genauso wie zum Beispiel Kulturschaffende oder die Gastronomie. Persönliche Mitgliedertreffen können seit weit mehr als einem Jahr nur sehr bedingt stattfinden, Angebote fallen schlichtweg aus. Die Chöre, und derer haben wir drei in Burgholzhausen, singen entweder gar nicht oder hin und wieder online. Aber das ist einfach nicht dasselbe. Im Alten Rathaus fällt das monatliche Café aus, und wann nochmal war die letzte miniatüre-Veranstaltung in den schönen Räumlichkeiten? Bei den Landfrauen ist alles auf Stillstand, aber über den Bezirksverein werden regelmäßig virtuelle Veranstaltungen mit interessanten Themen angeboten. Damit erreicht man aber viele Mitglieder nicht, Internet ist für viele einfach Neuland oder es fehlen die technischen Vorausaussetzungen daheim. Damit kämpft natürlich auch der Seniorenbeirat, der keine Fahrten und Treffen anbieten kann, die viele Menschen mal von daheim wegholen. Feuerwehr, DRK – sind weiterhin für uns im Einsatz, sind auch auf online-Weiterbildung umgestiegen. Die Feuerwehr ist seit letzter Woche in der 3. Priorisierungsgruppe und die Kamerad*innen dürfen sich endlich impfen lassen. Das DRK Friedrichsdorf will immer noch ihr 40-jähriges Bestehen feiern, aber die Pandemie lässt es nicht zu. Auch der Tag der offenen Tür am 1. Mai am Vereinsheim in der Rodheimer Straße fällt in diesem Jahr erneut aus.

Der Holzstapel für das Osterfeuer des Kerbevereins wächst und gedeiht, auch schon zwei Jahre ohne die Gemütlichkeit in freier Natur bei Bratwurst und Bierchen. Wir werden sehen, ob eine Kerb im Herbst möglich sein wird. Der Turnverein, der mit nach Mitgliederzahlen der größte Verein im Stadtteil ist, lebt auch in dem Hin und Her der sich ständig angepassten Corona-Verordnungen wie alle anderen Sportvereine auch. Hygienekonzepte sind ausgearbeitet, werden laufend angepasst und umgesetzt. Mal ist ein Training in der Turngruppe oder auch bei den kleinsten Fußballern im Freien möglich, dann mal wieder nicht. Es fällt schwer immer durchzublicken, was gerade aktuell möglich und erlaubt ist. Das betrifft natürlich auch den Tennisverein, der aber auf den Plätzen unter freiem Himmel in den Sommermonaten Sportart-bedingt etwas Erleichterung erfährt. Die Kleintierzüchter sehen sich sicherlich auf ihren angrenzenden Anlagen über das Zaungehege. Wie es aktuell bei den Trainingsmöglichkeiten für die Schützen aussieht, kann die Verfasserin nicht sagen.

Allen ist gemein, dass die geselligen Treffen allesamt wegfallen und von allen mehr und mehr vermisst werden. Bleibt nur auf den Fortschritt des Impftempos und den Sommer zu hoffen, der vielleicht doch noch das ein oder andere Vereinstreffen mit etwas Engagement und kreativer Fantasie ermöglichen wird. Wie auch immer man es umsetzen kann mit “bundesweiter Notbremse”. Ein Ziel verfolgen alle Vereine: alles dafür zu tun, dass der Virus sich nicht ungebremst weiterverteilt, damit auch das Burgholzhäuser Vereinsleben irgendwann wieder aktiv weitergehen kann. Die Vereinsvorstände brauchen dafür die Unterstützung aller Mitglieder.

Maibaum Burgholzhausen, Burgholzhäuser Stadtteilseite

Eine einsame Aktion mit Lichtblick!

So war auch das Aufstellen des Maibaums ohne all die aktiven Vereinsmitglieder aus den 14 Vereinen, die sonst einfach kurz mit anpacken oder einfach nur vorbeikommen, dabei etwas schwätzen und erfahren, was in den anderen Vereinen los ist, wo man mal kurz auf kleinem Weg eine Absprache machen kann, ohne den Männerchor, der fröhlich in den Mai einstimmt, ohne den selbstgebackenen Kuchen zur Stärkung und den gespendeten Sekt oder das kleine Feierabend-Bierchen und ohne die kleinen Neckereien bei der Arbeit einfach eine einsame Aktion.

Vor allem ohne Euch Burgholzhäuser, die ihr sonst einfach mal mit Euren Kindern vorbeiflaniert und dem Treiben zuschaut!

Es ist jedoch eine positive Aktion, die einen kleinen Lichtblick bringt und viele Menschen auf ihrem Weg durch den alten Ortskern in diesem Sommer täglich erfreut. Danke an Helfer und Helferinnen der Burgholzhäuser Vereine!

Maibaum Burgholzhausen, Burgholzhäuser Stadtteilseite

Der Maibaum im alten Ortskern von Burgholzhausen strahlt ein Stück Normalität zuzeiten der Corona-Pandemie aus.

 

Stiller tierischer Beobachter

Einen stillen Betrachter gab es am Abend vor dem alten Rathaus. Seht selbst.

Burgholzhausen, Katze

Was ist denn da los am freien Platz, mag sich die langhaarige weiße Katze gefragt haben…

Burgholzhausen, Katze

… und legt sich gemütlich mitten auf die Gass’ .

 

 

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