burgholzhausen/ Mai 3, 2020

Die ersten Friseure starten bereits am Montag, um der aktuellen Nachfrage nach einem Haarschnitt gerecht zu werden. Wie haben sich die fünf Burgholzhäuser Friseursalons auf den Neustart unter den Corona-Auflagen vorbereitet? Wie ist es ihnen zwischenzeitlich ergangen? Rund sieben Wochen Zwangspause liegen hinter ihnen. Erst die kurzfristige Schließung quasi ohne Vorwarnung, keinerlei Einnahmen von heute auf morgen – die Durststrecke ist nun wohl vorbei, doch jetzt müssen sie sich mit zusätzlichen Auflagen auseinandersetzen.

Überall wurde in den letzten Tagen geputzt, gewienert, das Inventar teilweise umgestellt. Abstände vergrößert, Arbeitsplätze stillgelegt und sich mit den neuen Regeln auseinandergesetzt. Jetzt freuen sich die Burgholzhäuser Friseurinnen und der Friseur wieder auf ihre Kunden, hoffen aber auch, dass die Kunden verstehen, dass für alle neue Regeln gelten: sowohl für den Friseur bei der Arbeit als auch für den Kunden. Da ist die wegfallende Möglichkeit zur Nassfrisur das geringste Thema in Burgholzhausen – mangels Nachfrage. Aber „alle gesichtsnahen Behandlungen“ entfallen bis auf Weiteres: kein Augenbrauenzupfen oder Wimpernfärben, kein Make-up und auch keine Bartpflege mehr. Zeitschriften wurden alle verbannt. Auch den Kaffee oder das Glas Wasser während des Haarschnitts dürfen sie nicht mehr anbieten. Die Kunden müssen während der Behandlung Mund-Nasen-Masken tragen genauso wie der Friseur. Wie das in der Praxis gehen wird, darauf sind alle gespannt. Schließlich muss das Haupthaar auch hinter den Ohren geschnitten werden. „Dann müssen die Kunden kurzfristig die Maskenbänder hinter den Ohren wegnehmen und den Mundschutz kurz festhalten“, so Petra Eife von Petra’s Friseurlädchen in der Haingasse und fügt hinzu: „Für manche ältere Kunden wird das schwierig werden.“ Eigentlich ist das auch ein Widerspruch zu den Handhabungsregeln für das Maske tragen. Einen Mund-Nasenschutz soll der Träger nur an den Bändern anfassen, damit die Viren nicht mit den Händen in Berührung kommen, die unweigerlich an der Außenseite zu finden sind.

Da die Kunden sich beim Betreten des Geschäfts nunmehr immer die Hände desinfizieren oder waschen müssen, vielleicht tolerierbar.

Friseur Burgholzhausen

Auch Hans-Georg “Schorsch” Gerum freut sich auf wieder auf seine Kunden und hat Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Bei Hans-Georg Gerum steht das Desinfektionsmittel direkt auf dem Tresen am Eingang von Gerum’s Salon, genauso wie Petra Eife. Bei Laura Druleib-Puck’s HAARfein bleibt die Schiebetür im Eingang auf und ist fest justiert, der Kunde steht unmittelbar am Desinfektionsbereich. Auf den großen Auto-Spender wartet sie noch, er ist längst bestellt, aber die Auslieferung verzögert sich. Die Salontüren wurden abmontiert. Die Rollboys sind nur noch mit elementar notwendigem Handwerkszeug bestückt. „Alles muss ja nach jedem Gebrauch desinfiziert werden,“ erinnert Laura.

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Desinfektionsmittel stehen im Eingang bereit. Kunden müssen sich die Hände desinfizieren oder waschen.

Doch jetzt geht es wieder los, die Terminbücher sind schon gut gefüllt. Die Kunden stehen quasi in der Warteschlange. Viele sagen von sich aus, dass ihnen erst einmal ein Schnitt reicht, aber viele warten auch dringend auf einen Termin zum Haare färben. Laura Druleib-Puck informiert ihre Kunden vorausschauend schon auf dem Anrufbeantworter über die wichtigsten Änderungen. Auch Petra Eife macht sich Gedanken, ob die Kunden alle richtig informiert sind und stellt sich schon auf zusätzliche Informationsgespräche ein. Ein Kunden-Informationsblatt hängt an der Tür. Fast alle halten Einwegmasken bereit, falls der Kunde die eigene doch einmal vergisst. Teilweise werden sie zum Selbstkostenpreis bei Bedarf abgegeben. Einmalmasken waren schwierig zu bekommen, im Fachhandel gar nicht. Friseurmeisterin Sieglinde Weinmann hat in der Zwangspause daher bunte Alltagsmasken für ihre Kunden genäht. Eine ist gerade noch in Arbeit. Sie bewahrt die Masken im Sterilisationsgerät auf, wo auch die Scheren täglich nach dem Gebrauch sterilisiert werden. Das Arbeiten mit den Masken „wird schon gehen“, sie ist da optimistisch.

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Sieglinde Weinmann hat Mundschutz für die Kunden genäht und legt sie in den Sterilisationsapparat.

Vor dem Schneiden ist immer Waschen angesagt! Selber föhnen ist nicht mehr erlaubt.

Zu den besonderen Infektionsschutzmaßnahmen für Friseursalons gehört auch, dass „bei jedem Kunden, bei jeder Kundin … die Haare zu waschen“ sind! Nur mal „kurz Schneiden und fertig“ geht nicht mehr! Für Hans-Georg „Schorsch“ Gerum, der vorwiegend als Herrenfriseur arbeitet, ein Thema, das er mit seinen Kunden direkt bei der Terminvereinbarung am Telefon klären will. Ob es eine Auswirkung auf die Preisgestaltung hat, da überlegt er noch.

Für Laura Druleib-Puck hingegen ist die Entscheidung schon gefallen. Seit der Saloneröffnung im Jahr 2013 waren die Preise unverändert. Ihre Auslagen sind jedoch für alle Produkte und besonders für Farben kontinuierlich gestiegen, jetzt fallen zusätzlich weitere Kosten durch die zusätzliche Ausrüstung durch die Corona-Schutzmaßnahmen an. Daher wird sie einige Leistungen preislich anpassen müssen. Weitere zusätzliche Frisierumhänge gehörten zu den aktuellen Anschaffungen dazu. Auch die müssen jetzt nach jedem Kunden komplett gewechselt werden. Früher reichte eine Einmalmanschette oder Watte. Einige Einmalumhänge hat Laura Druleib-Puck sogar noch im Fachhandel ergattert. Da hatte sie mit der Bestellung Glück, wobei sie nachdenklich erwähnt „An Nachhaltigkeit ist derzeit gar nicht zu denken.“ Friseurmeisterin Petra Eife erzählt, dass sie sich vergeblich im Fachhandel um Einwegumhänge bemüht hat. Die Nachfrage sei so groß, ihr wurden Liefertermine frühestens im Juni benannt.

Friseur Burgholzhausen

Nein, Sie sehen nicht verschwommen! An die Plexiglasscheibe beim Bezahlen muss sich die Kundin/der Kunde gewöhnen.

 

Masken, Visiere, Einmalhandschuhe und Plexiglaswände

Die Friseur/innen haben alle Masken für sich und ihr Team bereitliegen. Auch Einweghandschuhe gehören nun zur Basisausstattung beim Arbeiten bis nach dem obligatorischem Haarewaschen. Bei Friseurmeisterin Jutta Eyring-Schweitzer arbeiten vier Frauen im Team von Jutta Eyrings Haarmoden. Zusätzlich zu selbstgenähten zweifarbigen Masken, wo zusätzlich Einmal-Filter oder Vlies eingelegt werden können, hat sie stabile Gesichtsvisiere für ihr Team bestellt. Ein guter Schutz für andere und hoffentlich eine Erleichterung bei der Arbeit. Da sie auch Medizinische und Diabetiker Fußpflege anbietet, ist das Arbeiten mit Masken für sie vertraut. Dabei kommen ohnehin schon immer FFP2 & FFP3-Masken zum Einsatz.

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Jutta Erying zeigt den selbst genähten Mund-Nasenschutz und einen Arbeitsvisier für ihr Team. Leider verdeckt der MNS das nette Lachen!

Auch Petra Eife hat zusätzlich ein Visier bereitliegen. Ein Nachbar hat sie damit überrascht.

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Petra Eife zeigt das neue Arbeitsvisier.

Ein Thema ist für alle Burgholzhäuser Friseur/innen unisono eigentlich kein Thema: Einhaltung von Hygieneregeln gehört für einen Friseur zum A&O. „Ich habe mich schon immer vom Kunden weggedreht, wenn sich ein Nieser ankündigt“, so Georg Gerum. „Das ist doch selbstverständlich“. Ständiges Händewaschen gehört doch zu unserem Alltag, und das nicht nur im Friseurladen, meint auch die 79-jährige Sieglinde Weinmann. Wie sagt ihr Arzt? Beim Friseur hat sich noch keiner angesteckt. Für ihren Berufstand stark engagiert zeigt sich auch Jutta Eyring, als sie sinngemäß sagt, wenn ein Friseur durch die Regeln zur Einhaltung von Basismaßnahmen zur Hygiene erschüttert sei, dann ist er in seinem Job nicht gut vorbereitet. 30 Auszubildende hat die Friseurmeisterin schon ausgebildet. Sie weiß genau, wovon sie spricht. Ihr Laden ist vorbildlich aufgebaut, angefangen von separaten Räumlichkeiten für die medizinische Fußpflege bis hin zu den getrennten WC’s für Damen und Herren mit der üblichen Ausstattung von Seife, Desinfektionsmitteln und Einwegpapiertüchern. Normale Hygienestandards halt. Sollte man meinen.

Alle Burgholzhäuser Friseursalons haben einzelne Arbeitsplätze stillgelegt, damit die vorgeschriebenen 1,50 m Abstand von Kunde zu Kunde während der Behandlung sicher eingehalten werden können. Schorsch Gerum hat die Plätze verschoben, Jutta Eyring-Schweitzer hat Dekorationen auf die stillgelegten Arbeitsplätze gelegt, Petra Eife Arbeitsutensilien abgestellt und Laura Druleib-Puck hat mit ihrer Mitarbeiterin Birgit Gutgesell auf dem Boden sichtbare Wegweiser markiert und ungenutzt zu bleibende Stühle abgeklebt. An den Kassentischen hängen mancherorts als Schutz Plexiglaswände, die gerade noch Raum für den Kassiervorgang lassen. In Sieglinde Weinmann‘s Friseursalon stehen zwei getrennte Räume zur Verfügung.

Friseur Burgholzhausen

Laura Druleib-Puck mit Mund-Nasenschutz und abgesperrten Sitzplätzen in ihrem Friseursalon “Laura Druleib HAARfein”.

Ausgekügelte Terminvergabe „zur Vermeidung von Warteschlangen“

Die Friseursalons dürfen ab 4. Mai 2020 wieder öffnen unter „Steuerung des Zutritts und Vermeidung von Warteschlangen“. Hier haben es die Burgholzhäuser sicherlich leichter als die 10-Euro-Frisierläden, die man in Städten wie Bad Homburg oder Frankfurt findet. Die Kunden sollen besser ohne Begleitperson kommen, damit sich möglichst wenige Personen gleichzeitig in einem Salon aufhalten.

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Die Plexiglasscheibe über dem Kassenbereich links ist kaum zu erkennen. Ausreichend Platz bei Jutta Eyrings Haarmoden, die Kundschaft kann wieder kommen.

Jutta Eyring-Schweitzer hat hier die größten Herausforderungen zu bewältigen, sie bietet die meisten Arbeitsplätze an. Doch der Laden ist groß genug, die Abstände sind ausreichend konzipiert, das Team wird hier gut unter Einhaltung der neuen Abstandsregeln arbeiten können. Eine Klingel wurde extra neu angebracht, so dass niemand einfach so den Laden zusätzlich betreten kann. Angebote zur Maniküre, Massagen oder zur Sporttherapie wird sie und ihre Tochter Natascha vorerst nicht anbieten. Ihr Geschäft hat ein breit gefächertes Angebot über den Friseurbetrieb hinaus, bietet auch Leistungen in ihrem zweiten Laden in der BGU Frankfurt an. „Wir konzentrieren uns erst einmal auf das Friseurgeschäft und die medizinische Fußpflege und in ein paar Wochen, schauen wir dann, ob und wie wir die anderen Angebote auch wieder aufnehmen können.“ Älteren chronisch-kranken Kunden wird sie möglichst Randtermine anbieten, damit sie sich möglichst alleine oder höchstens unter Anwesenheit eines weiteren Kunden in den Räumlichkeiten aufhalten. Sie hat vorwiegend Stammkunden, rund 80 Prozent kommen von außerhalb. Da hat sie wenig Laufkundschaft. Ähnlich ist auch der Tenor bei den anderen vier Burgholzhäuser Friseursalons, die allesamt vorwiegend mit Stammkundschaft arbeiten.

Friseur Burgholzhausen

Ausreichend Abstände zwischen den frisch desinfizierten Arbeitsplätzen im Friseursalon Gerum

Schorsch Gerum plant ein paar Minuten mehr pro Kunde ein, damit ausreichend Zeit für die angeordnete Zwischendesinfektion des Kundenplatzes bleibt. „Da braucht sich keiner die Türklinke in die Hand geben.“ In seinem Salon arbeiten seine Tochter Alexandra Gerum-Vedak einmal die Woche mittwochnachmittags mit und Maria José Candelas Costa mittwochs, donnerstags und freitags. Da der 69-Jährige quasi nur noch hobbymäßig seine Stammkundschaft betreut, ist im Salon ausreichend Platz und die Kundentermine sind entzerrt. Da Petra Eife allein in ihrem „Friseurlädchen“ arbeitet, vergibt sie ohnehin vorwiegend Einzeltermine. Aber wenn mal bei einer Kundin Färben ansteht, kann ein anderer Kunde parallel bequem und mit weit mehr als dem vorgeschriebenen Abstand an einem anderen Sitzplatz an der anderen Raumseite bedient werden – natürlich mit kompletten Wechsel der Arbeitsmaterialien, wie es jetzt vorgeschrieben ist. Laura Druleib-Puck wechselt sich mit ihrer Mitarbeiterin erst einmal tagesweise ab: Dienstag, donnerstagvormittags und Freitag ist Birgit Gutgesell dran, Mittwoch, donnerstagnachmittags und samstags Laura. In den nächsten zwei bis drei Wochen mit verlängerten Zeiten, um die Nachfrage abzufedern.

Dürftige Information vonseiten der Handwerkskammer

Jutta Eyring hat mehrere Papierstapel Informationsmaterial ausgedruckt auf dem Stuhl neben dem Tresen liegen. Petra Eife hat sich Informationen vom BGW besorgt, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Hier wird allerseits Kritik geäußert. Es gab harte Zwangsmaßnahmen für den Berufszweig durch das Arbeitsverbot, verbunden mit vielen Einschränkungen zum Neustart, aber ein Hilfeangebot mit konkreten Anleitungen zur Umsetzung in der Praxis sind mehr als dürftig und schwer auf offiziellem Weg zu finden. Kritik geht vor allen an die Handwerkskammer, wo sie allesamt jährlich ihre Beiträge entrichten müssen.

Friseur Burgholzhausen

Das BGW informiert über wichtige Branchenstandards, die die Friseure unbedingt einhalten müssen.

Konkrete Anleitungen, was bei der Neueröffnung zu beachten ist, gab es auch von dort nicht automatisch. Eine der Friseurinnen wartet immer noch auf einen Rückruf. Schorsch Gerum berichtet, er sei anfänglich wegen der Schließung angeschrieben worden, über eine Telefonnummer konnte man sich weitere Infos einholen. Das war’s aber auch. In der Innung sind nicht alle vertreten, aber auch hier konnte man nur weitere Hilfen und Informationen erhalten, wenn man Mitglied wurde. In Zeiten, wo allen die Einnahmen komplett weggefallen sind, ein schwieriges Unterfangen. „Ich bin wohl die jüngste Friseurmeisterin in Burgholzhausen“, meint Laura Druleib-Puck lächelnd. So verwundert es nicht, dass sie sich generationsgemäß nicht auf die Handwerkskammer verlassen hat, sondern sich mit Hilfe von Instagram-Posts eines in der Branche bekannten deutschen Friseurmeisters praxisnah informiert hat. Dort hat sie auch die übersichtlichen Piktogramme entdeckt, die jetzt im Hof und an der Haustür für den Kunden sichtbar hängen. Trotz aller Schwierigkeiten in der Umsetzung, vorbereitet sind die Burgholzhäuser Friseure allesamt und bereit, Schutzmaßnahmen für Ihre Kunden und auch sich selbst umzusetzen.

Friseur Burgholzhausen

Die Übersicht für den Friseurbesuch – Was ist erlaubt? Was ist nicht gestattet?

 

Soforthilfe, Kurzarbeit und Vermietungsangebot

Betriebe wie der von Frau Sieglinde Weinmann haben die vergangenen Wochen scheinbar relativ gut weggesteckt, trotz des Verdienstausfalles. Der Salon ist im eigenen Haus. Selbst ihre Mitarbeiterin Elena Filatova, die seit 15 Jahren im Laden arbeitet und als Kosmetikerin und in Hand- und Fußpflege ausgebildet wurde, hilft ohnehin vertraglich im Haus mit, und hat die Durststrecke einigermaßen verkraften können. Seit 47 Jahren hat die Friseurmeisterin bereits in Burgholzhausen ihr Geschäft, in diesem Jahr steht der 80. Geburtstag bevor. Sicherlich besondere Voraussetzungen.

Friseur Burgholzhausen

Auch die 79-Jährige Sieglinde Weinmann freut sich, dass es endlich weitergeht.

Friseur Burgholzhausen Weinmann

Sieglinde Weinmann wird einige Arbeitsplätze nicht mehr nutzen, die Kunden können in zwei Räumen bedient werden.

Nachmieter gesucht!

Hans-Georg „Schorsch“ Gerum überrascht mit einer ganz anderen Nachricht. Begonnen hat der Friseurmeister einst dort, wo Laura Druleib jetzt ihren Salon hat. Später hat er den Laden im eigenen Haus eingerichtet, zeitweilig vermietet, während er etwa 20 Jahre bei einer Bank beschäftigt war. Seit 2007/2008 hat er das Geschäft in der Haingasse wieder übernommen. Alles wurde neu eingerichtet. Eigentlich ist auch er bereits im Ruhestand und arbeitet schon seit einigen Jahren nur nach Anfrage für seine Stammkunden. Seine Tochter Alexandra hatte im Jahre 2000 zwar den Meister gemacht, hat sich nach der Geburt ihrer drei Kinder ebenfalls peu à peu hauptberuflich zurückgezogen und kann aus familiären Gründen nur noch einmal die Woche arbeiten. Die Kindernotbetreuung zu Coronazeiten sind derzeit bekanntermaßen eine zusätzliche Herausforderung für eine Familie. Nun möchte auch seine Mitarbeiterin Maria nach ihrem 60. Geburtstag kürzer treten. Daher sucht sein Traditionsgeschäft aus Altersgründen einen Mieter für den Frisiersalon, möglichst mit Übernahme des Inventars. Auch eine Vermietung der Räumlichkeiten an andere Gewerbetreibende käme in Frage. Wer Interesse hat, kann sich gerne melden.

Friseur Burgholzhausen

Gerum’s Salon – Der geräumige Friseursalon soll neu vermietet werden.

Die anderen drei Friseure waren froh über die Soforthilfe, die die Bundesregierung angeboten hat. Allerdings wurden sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Auszahlung gemacht. Laura Druleib-Puck hat relativ positive Erfahrung mit einer schnellen Auszahlung der Soforthilfe gemacht. Zwar war der Server beim Online-Ausfüllen am ersten Tag der möglichen Antragsstellung komplett überlastet, aber nachdem sie es geschafft hatte, zwei Seiten online auszufüllen, kam das Hilfsgeld innerhalb einer Woche. Ihre Mitarbeiterin Birgit musste leider erstmal in Kurzarbeit. Natürlich zehrt die Situation an den Nerven, doch sie versucht pragmatisch zu denken „Mach dich nicht allzu verrückt, es geht anderen genauso.“

Petra Eife hingegen, die auch am 30. März 2020 den Antrag gestellt hat, bekam bis auf eine Eingangsbestätigung am 11. April und die Nachfrage nach einer Steuernummer bis zum heutigen Tag noch kein Bescheid. Für die Alleinverdienerin war daher auch eine ordentliche Durststrecke zu bewältigen. Sie vermisst ihre Kundschaft und freut sich, bereits am Montag, 4. Mai, direkt loszulegen.

Friseur Burgholzhausen Eife

Trotz schwierigen Zeiten guter Dinge: Petra Eife in ihrem “Friseurlädchen” in der Haingasse.

„Ich bin allein, habe vier Mieten zu bezahlen und trage Verantwortung für meine Mitarbeiter“, Jutta Eyring-Schweitzer hat die Soforthilfe natürlich ebenfalls notgedrungen gerne in Anspruch genommen. Über sechs Wochen keinerlei Umsatz, aber Sozialabgaben mussten dennoch pünktlich entrichtet und die laufenden Kosten konnten auch nicht aufgeschoben werden. Sie musste einige Unterlagen und die kompletten Einkommenssteuerauskünfte für 2018 bereitstellen und wurde komplett geprüft. Dadurch kam es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung, aber die Auszahlung ging dann doch irgendwann noch rasch über die Bühne. Schleppend läuft hingegen die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes für ihre Mitarbeiterinnen. Am letzten Donnerstag erst wurde die Kurzarbeitergeldnummer zugeteilt, das Geld fehlt noch. Gut für alle, dass jetzt wieder Geld in die ebbe Kasse kommt.

Eine Bitte der Burgholzhäuser Friseure an ihre Kunden „Denkt auch an uns“

Friseur Burgholzhausen

Laura Druleib-Puck appelliert bereits auf der Anrufbeantworter-Ansage auch an ihre Kunden, dass sie bitte keine Termine vereinbaren sollen, wenn sie kränkeln. Auch Petra Eife hofft, dass die Leute so vernünftig sind, auch an den Schutz ihres Friseurs zu denken. Jutta Eyring-Schweitzer formuliert es ebenfalls klar: „Ich muss meine Mitarbeiterinnen schützen. Wenn eine an Corona erkrankt, müsste der Laden ja wieder geschlossen werden und eine Quarantäne-Zeit kann sich keiner derzeit zusätzlich erlauben.“

Alle Vorgaben gelten im Übrigen auch für mobile Friseurbesuche zu Hause.

Guten Start in den Praxistest und … vergessen Sie nicht Ihren Mundnasen-Schutz beim Friseurbesuch!


So erreichen Sie die Burgholzhäuser Friseure

Gerum’s Salon Damen- und Herrenhaarschnitte

  • Inhaber Hans-Georg Gerum
  • Haingasse 1A
  • 61381 Burgholzhausen
  • Telefon 06007/93 87 88 oder 0171 / 6 89 22 44

Jutta Eyring Haarmoden

  • Inhaberin Jutta Eyring-Schweitzer
  • Haingrabenstraße 31B
  • 61381 Burgholzhausen
  • Telefon 06007/8806

Laura Druleib HAARfein

  • Inhaberin Laura Druleib-Puck
  • Alt Burgholzhausen 5
  • 61381 Burgholzhausen
  • Telefon 06007/8741

Petra’s Friseurlädchen

  • Inhaberin Petra Eife
  • Haingasse 20
  • 61381 Burgholzhausen
  • Telefon 0176/90 95 31 40

Sieglinde Weinmann Friseursalon

  • Inhaberin Sieglinde Weinmann
  • Dieselstraße 10
  • 61381 Burgholzhausen
  • Telefon 06007/456