burgholzhausen-info/ Juni 25, 2018

Hui Wäller! Allemol!

Das heißt soviel wie “Ei, gude wie!” und ist der Erkennungsruf der Westerwälder. Ja ja, da pfeift der Wind so kalt, denken Sie jetzt. Stimmt’s? Nein, der echte Westerwälder singt bei dem bekannten Volkslied als Zwischenruf “schmeiss die Kuh vom Fahrrad“. Ja, so ist er, der derbe Westerwälder Humor. Wer den vertragen kann und weiss, dass man dort ganz auf hochdeutsch “dat” und “wat” sagt und jeder zweite Satz mit einem fragenden “Woa?” beendet wird, der sollte vielleicht die Ferien zu einem Ausflug in den Westerwald nutzen. Entweder die Autobahn nördlich nehmen und in Herborn abfahren und dann über den hohen Westerwald und die Fuchskaute fahren oder den Landweg über Weilburg und Rennerod nehmen. Auf beiden Strecken erleben Sie die Westerwälder Natur, mit steilen Straßen, wetterfestgebauten Häuser und herrliche Ausblicke.

Hachenburg, Dreifelder Weiher, Kroppacher Schweiz, Atzelgift, Steinebach, Wissen… noch nie gehört? Dabei sind all die Orte nur etwas mehr als eine Autostunde nördlich von Burgholzhausen im Westerwald zu finden. Einige bieten ein lohnendes Ferien-Ausflugziel für Groß und auch für die Kleinen, egal ob Tagestour oder für ein verlängertes Wochenende.

Die Burgholzhäuser Senioren fahren übrigens am 29. August 2018 nach Hachenburg, besichtigen eine Töpferei in Alpenrod und machen einen Abstecher zum Kloster Marienstatt. Karten können bei den monatlichen Seniorencafés im Juni und im Juli erworben werden. Klicken Sie HIER, um mehr zum Ausflug auf der Internetseite der Stadt Friedrichsdorf zu erfahren.

Die Burgholzhäuser Senioren wissen, wo es nett ist und haben immer lohnende Ausflugsziele. Daher hier einige weitere gute Link-Tipps für Ausflüge in den Sommerferien für die ganze Familie im Westerwald! Wozu kennt man sich schließlich dort aus…

(Anschauliche Bilder findet Ihr durch Klick auf die nachfolgenden Links und könnt dort einfach weiter stöbern!)

Malerisches Städtchen: Hachenburg

Die kleine Stadt im Westerwald liegt malerisch auf der Anhöhe am Nistertal. Der wunderschöne historische Ortskern lädt mit Restaurants und Cafés am Marktplatz zum Verweilen ein. Hachenburg, seit über 700 Jahren mit Stadtrechten, bezeichnet sich als “kleinste Hochschulstadt in Rheinland-Pfalz“. Die gelben Fassaden des Schlosses, wo einst der Graf von Sayn mit seiner Familie lebte, sind von weitem in der Umgebung sichtbar und beheimatet heute eine Hochschule der Deutschen Bundesbank. Im historischen Gewölbekeller des Rathauses erfährt der Besucher in einer Dauerausstellung mehr über die Stadtgeschichte. Samstags um 14 Uhr und sonntags um 11 Uhr gibt es Stadtführungen. Wen es Anfang November dorthin verschlägt, sollte am Wochenende vom “Kathrinemarkt” dort hin – ein Krämermarkt, der für alle Westerwälder der Umgebung ein “Muss”, wo man von Tulpenzwiebeln über Muskatnüsse und wollene Strümpfe ALLES findet – außer zentrumnahe Parkplätze 🙂

Wer den Hessenpark liebt, sollte die Gelegenheit nutzen und das Landschaftsmuseum Westerwald besuchen. Es liegt nur etwa fünf Gehminuten vom Marktplatz entfernt. Ein kleines, aber feines Museum mit acht typischen Gebäuden des Westerwaldes, wo das Leben bis in den 1960er Jahren dargestellt wird.

Habuflabi?!

Ein Mitbringsel aus Hachenburg ist übrigens das typische “Habuflabi“! Daran kommt man nicht vorbei! Nie gehört? DIE Westerwälder Brauerei schlechthin braut das Hachenburger Pils. Die Erlebnisbrauerei ist natürlich auch in Hachenburg zu finden – www.hachenburger.de

Rätseln Sie doch mal: Was ist Habuflabi? Die Auflösung steht unten.

 

Kroppacher Schweiz oder Westerfelder Seenplatte?

Aktiv wandern oder Seele baumeln lassen? Worauf habt ihr Lust?

Hachenburg ist ein guter Startpunkt für Ausflugsfahrten in die Kroppacher Schweiz  oder zur Westerwälder Seenplatte Richtung Dreifelder Weiher. Idyll, Wanderwege, Erholungsoasen – alles dort zu finden.

Der WesterwaldSteig und andere Wanderwege führen durch die bergige Landschaft, die der Umgebung den Namen “Kroppacher Schweiz” gegeben hat. Die große und die kleine Nister gestalten die Landschaft und Insider finden dort auch das “End der Welt“. In Kroppach gibt es einen tollen Holzofenbäcker, in Limbach kann man gut einkehren, aber natürlich nicht nur dort.

Weiter Tipps und Impressionen finden Sie auf der Internetseite www.hachenburger-westerwald.de

 

Ruhe, Einkehr und Klosterbier: Kloster Marienstatt

Die alte Zisterzienster-Abtei liegt traumhaft ruhig und versteckt in einem geschützten Tal auch an der Nister, nur 4 km von Hachenburg entfernt. Der Legende nach wurde das Kloster Anfang des 13. Jahrhunderts gerade an dieser Stelle gegründet, als Mönche auf der Suche nach einem neuen Klosterplatz waren und dort mitten im Winter ein Rosenstrauch erblühte. Die Klosterkirche und das ganze Gelände lädt zum Verweilen ein, umrandet von Mischwäldern. Vielleicht haben Sie Glück und erleben die Klosterbrüder im Tagesablauf beim Gebet und Gesang und genießen die Akustik in der Wallfahrtskirche! Bis in die 70er Jahre war dort auch eine Jungen-Lateinschule und Internat, die dann auch für Mädchen öffnete.

Aber auch für das weltliche Wohl ist hier bestens gesorgt in der Klosterbrauerei, die vor etwa 10 Jahren wieder eröffnet wurde!

Mehr zur Geschichte und den Wallfahrtsort finden Sie auf dieser Webseite www.abtei-marienstatt.de

 

Steinebach (Sieg): Grube Bindweide und Westerwaldmuseum

Von Marienstatt aus fährt man nach Streithausen (“Streitensen”) über Atzelgift und Luckenbach einen typischen steilen Westerwälder Berg hoch Richtung Malberg/Steineberg. Blickt man auf der Anhöhe zurück, wird man mit einem Blick bis zum Hachenburger Schloss belohnt und etwas weiter bei guter Sicht sogar mit einem tollen Ausblick bis zum rheinischen Siebengebirge! Der Straße nach Steinebach folgen – hier entdeckt man bereits den Barbaraturm, einem Förderturm aus dem Harz, der unweit des ursprünglichen Standortes des Förderturms der Grube Bindweide aufgebaut wurde und einen Rundumblick über das Gebhardshainer Land bietet. So, und jetzt immer den Berg runter fahren, einmal über die Bahnlinie hoppeln, und schon sind Sie in Steinebach (Sieg) – Der Ort liegt überhaupt nicht an der Sieg, aber die Post bestand wohl in den 90er Jahren auf einen Zusatz, weil es gar so viele “Steinebachs” gibt. Was es dort auf jeden Fall in Massen gibt, sind Steine!

Wer rechnet damit, dass dieser kleine Westerwaldort Steinebach mit etwa 1400 Einwohnern gleich zwei Museen aufzubieten hat?

Westerwaldmuseum – Motorräder

Ein Muss für Zweiradfans, die ein Faible für alte Maschinen haben: Ein Motorradmuseum – der ehemalige Tankstelleninhaber und ewige Motorradbastler Gerhard hat es vor Jahrzehnten gegründet und ausgebaut! Über die Grenzen bekannt und täglich geöffnet. Hier gibt es weitere Infos: www.westerwaldmuseum.de

Das Besucherbergwerk: Grube Bindweide

Mittwochs, samstags und sonntags nachmittags kann man hier von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr einfahren in den alten Bergmannsstollen (Gruppen nach Anmeldung auch an anderen Tagen). Der Eingang zur Grube Bindweide befindet sich mitten im Ort, direkt bei der Barbarakapelle. Früher wurde hier Eisenerz gefördert, wie in vielen anderen Gruben bis hin ins Siegerland. Die unterirdischen Gänge sollen auch bis dort hin reichen. Mitte der 80er Jahre wurde das Besucherbergwerk geöffnet und ist sogar inzwischen als Heilstollen für Atemwegserkrankungen bekannt. Auch Kinder werden hier auf ihre Kosten kommen, wenn es mit der alten Bergbahn in den Stollen hineingeht. Der Besuch ist nicht nur lehrreich, sondern eine Einfahrt mit Spaß, woa?

Mehr zum Bergwerk auf der Internetseite http://www.bindweide.de/cms/

Man könnte von Steinebach aus jetzt noch weiter nach Steineroth fahren, aber nehmen Sie einfach den Weg über Gebhardshain nach Wissen/Sieg (etwa 12 km) – wenn Sie noch Energie haben.

 

Ein toller Garten in Wissen/Sieg

Von Steinebach/Sieg ist es auch gar nicht weit bis an das Flüsschen Sieg, der nördlichen Grenze des Westerwaldes. Wenn Sie am Wochenende unterwegs sind und noch eine kleine Oase zum Ausruhen und zum Mittagessen oder Kaffeetrinken suchen, fahren Sie dort zum Garten“: ein kleiner Park direkt an der Sieg gelegen mit Blick auf das Schloss Schönstein – mit leckerer Küche und toller Kuchenauswahl – bei schönem Wetter suchen Sie sich einen netten Platz im kleinen Park und nehmen ihren Kaffee im Körbchen mit oder Sie finden einen Platz im heimelig dekorierten Pavillion. Das Schloss Schönstein nebenan ist in Privatbesitz, aber hat auch Gastronomie und ist bekannt für Wildspezialitäten.

Internet: www.gartencafe-wissen.de

 

Zum Schluss: Der Schlemmertipp!

Sollten Sie Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag im Westerwald sein – fragen Sie nach frischem Kartoffelbrot! Die meisten Bäcker haben einen festen Backtag und nur im nördlichen Westerwald gibt es das echte Kartoffelbrot! Einfach nur mit Butter und vielleicht etwas Salz bestreut – ein Genuß und überlebt selten den Folgetag!

Eine gute Zeit im Westerwald – natürlich gibt es dort noch mehr lohnende Ausflugziele…

Alle Tipps natürlich ohne Gewähr. Hui Wäller!

Und was ist jetzt bitte schön “Habuflabi”?

Ganz einfach: Hachenburger Flaschenbier 🙂