burgholzhausen-info/ Mai 21, 2018

Am 6. Mai war es so weit. Der Burgholzhäuser Grundschulchor hatte im Forum wieder einen großen Auftritt im Forum mit den Kindermusical “Brummel aus der Brülltonne” und einen Tag später in der Grundschule Köppern für Schul- und Kindergartenkinder. Vielleicht haben Sie ja den ausführlichen Vorbericht in der Taunuszeitung vor einigen Wochen gelesen, der richtig Lust auf einen Besuch der Vorstellung machte.

Jetzt erreichte uns ein Bericht der Mutter eines Chorkindes über die Aufführung selbst. Übrigens: Wenn Sie den Grundschulchor gerne in Aktion sehen mögen, schauen Sie am kommenden Freitagnachmittag beim “Tag der Offenen Tür” in der Grundschule in der Peter-Geibel-Straße rein. Der Grundschulchor singt zu Beginn zwei Lieder.

Das erzählt Susanne Fleischer über Brummel in Aktion:

“Brüllen ausdrücklich erlaubt

Sprechende Mülltonnen, gackernde Hühner, fliegende Gummibärchen, eine himmelblaue Familie, keine Lust auf Mathe und ohrenschlackerndes Gebrüll aus einer Tonne, für das anstatt Entrüstung sogar Lob ausgesprochen wird – das klingt doch alles wie im Märchen. „Brummel aus der Brülltonne“: Die Geschichte der Autorin Dagmar Scherf handelt von einem rätselhaften Wesen, das sich aus Angst vor Schlangen und Menschen in einer Tonne versteckt und lauthals brüllt, wenn man ihm zu nahekommt. Die Musik hat Jochen Schimmelschmidt komponiert, langjähriger Leiter des Chors der Grundschule Burgholzhausen.

Erfolgreiche Premiere im Forum Friedrichsdorf

53 Schülerinnen und Schüler des Schulchors Burgholzhausen wirkten an dem Musical mit begeisterten 60 Minuten lang ihre Zuschauer mit Musik, Gesang, Schauspiel und Tanz. Auf wunderbare Weise musizierten zunächst neun Kinder die Ouvertüre auf Violine, Flöten, Cello und zwei Klavieren. Kein bisschen „schräg“, sondern vielmehr sauber in der Intonation und sehr musikalisch in den Übergängen zwischen den verschiedenen Themen, die dann später in den Liedern des Chors wieder auftauchten. Ganz anders, aber nicht weniger eindrucksvoll und für viele ein Highlight: Das Zeugschlager-Ensemble, das aus Alltagsgegenständen wie Tontöpfen, Gläsern, Topfdeckeln, Holz oder Plastikeimern anspruchsvolle Rhythmen zauberte.

Raus aus dem Panzer – hinein ins Leben, in Freundschaft, Freiheit und Glück

In dem Stück der Seulberger Autorin Dagmar Scherf geht es eigentlich um die gelegentliche Nützlichkeit von Schutzpanzern und Aggressivität. Vor allem aber darum, dass sich das „Aussteigen“ lohnt – auch wenn es mit Ängsten verbunden ist. Und am Ende siegen Vertrauen, Nähe und Freundschaft – und alle sind glücklich.

Alle Chorkinder aus den dritten und vierten Klassen hatten eine Sprechrolle und viele zusätzlich ein Gesangssolo übernommen. „Es war wieder toll zu erleben, wie selbstverständlich und sicher die jungen Chorkinder das auf der großen Bühne des Forums präsentierten“, lobt Schimmelschmidt.

Die Geschichte spielt auf dem Hühnerhof von Familie Himmelblau. Dort stehen drei Mülltonnen: Rio mag Bio, Rastik liebt alles aus Plastik und Rappe bevorzugt Papiermüll. Nur, dass hin und wieder auf ihnen herumgetrommelt wird, finden die Drei gar nicht lustig. Doch die sechs Himmelblau-Kinder machen gerne Krach – vor allem mit flotten Rhythmen. Auch sonst ist es nicht gerade ruhig auf dem Hof: Etwa 20 gackernde Hühner und ein stolzer Hahn stehlen den drei sprechenden Tonnen ab und zu die Show. Und besonders hektisch wird es, wenn der Fuchs mal wieder sein Unwesen treibt.

Wer brüllt denn da?

An einem Morgen steht plötzlich eine seltsame Tonne mit einem merkwürdigen Wesen namens „Brummel“ auf dem Hof. Es hat große Angst vor Schlangen und Menschen. Zu seinem Schutz hat es sich in dieser Tonne versteckt und brüllt ohrenbetäubend laut, wenn es sich bedrängt fühlt. Begeistert von Neles Seifenblasen und nach gutem Zureden traut sich Brummel aber am Ende doch aus seiner Tonne.

Der Preis für den Fleiß: Ein begeistertes Publikum

Trotz knapper Zeit bei den Theaterproben war das Musical ein voller Erfolg. Wie viel Arbeit dahinter steckt, weiß Jochen Schimmelschmidt nur zu gut. Er hat schon viele Musicals mit Grundschülern einstudiert und so manchen Rabauken in Zaum gehalten: „Ab und zu muss ich auch mal brüllen“, lacht der Musikpädagoge. Richtig übel nimmt ihm das aber keins der Kinder. „Und wenn’s darauf ankommt, herrscht Ruhe und Konzentration. Schließlich will man seine Zuschauer nicht enttäuschen, sondern beeindrucken“, betont der Komponist und Chorleiter. Und das ist den jungen Schauspielern, Musikern und Sängern voll und ganz gelungen: Gerührt und voller Stolz saßen am Sonntag überwiegend Eltern und Familienmitglieder im Publikum. Am Montag tobten bei einer weiteren Aufführung Schülerinnen und Schüler der umliegenden Grundschulen und Kindergärten vor Begeisterung – vor allem als zahlreiche Gummibärchentüten durch den Saal flogen. Insgesamt ein Riesenspaß für alle Beteiligten.” (Bericht: Susanne Fleischer)

Hanne Jünemann agiert als “Brummel” (Foto: Grundschulchor)